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Sprachen – Bilden – Chancen:

Innovationen für das Berliner Lehramt

Im gemeinsamen Projekt der Freien Universität, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Technischen Universität soll die Lehrkräftebildung in den Bereichen Sprachbildung, Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache (DaZ) verbessert werden.

 

 

Auf die sprachliche Vielfalt vorbereiten

Treten Berliner Lehrerinnen und Lehrer vor eine Schulklasse, erwartet sie in nahezu allen Schulen eine große sprachliche Vielfalt. Mehr als 30 Prozent der Schülerinnen und Schüler in der Hauptstadt lernen Deutsch als zweite Sprache, in ihrer Familie sprechen sie meistens eine andere, ihre Herkunftssprache. Für einen großen Teil dieser Kinder, aber auch für einige Kinder, die einsprachig Deutsch aufwachsen, stellen die sprachlichen Anforderungen in der Schule eine Hürde dar.

Wie sie diese Schülerinnen und Schüler unterstützen können, lernen Berliner Lehrerinnen und Lehrer bereits während ihres Studiums in den Modulen und Ausbildungsanteilen im Bereich Sprachbildung / Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Anders als in vielen anderen Bundesländern ist die Teilnahme für die Studierenden aller Lehramtsstudiengänge in Berlin verpflichtend.

 

Durchgängige Sprachbildung braucht durchgängige Lehrkräftebildung

In dem gemeinsamen Projekt „Sprachen – Bilden – Chancen: Innovationen für das Berliner Lehramt“ der drei Berliner Universitäten (FU, HU und TU) wird die Lehrkräftebildung in den Bereichen Sprachbildung, Sprachförderung und DaZ derzeit überarbeitet und weiter verbessert. Ziel ist es, erstmalig ein übergreifendes Ausbildungskonzept für die drei Ausbildungsphasen zu entwickeln: vom Studium über den Vorbereitungsdienst bis hin zu Lehrkräftefort- und -weiterbildungen. Hierfür wird eine organisatorische und curriculare Verzahnung des Lehramtsstudiums mit den weiteren Phasen der Lehrkräftebildung angestrebt.

 

Drei Teilprojekte

1. Empirische Untersuchung der DaZ-Module und ihre Weiterentwicklung

In der Berliner Lehrkräftebildung gibt es die DaZ-Module bereits seit 2007. Im Rahmen des Projekts werden sie erstmals quantitativ und qualitativ untersucht. Mit Hilfe der Evaluationsergebnisse sollen konkrete Vorschläge für die Weiterentwicklung und Verbesserung der DaZ-Module, die seit dem Wintersemester 2015/16 „Sprachbildungs-Module“ heißen, erarbeitet werden. Schwerpunkte der Untersuchung sind der Wissenszuwachs der Studierenden, ihre Fähigkeiten zur sprachdidaktischen Materialentwicklung und ihre Überzeugungen in den Bereichen DaZ und Sprachbildung.

2. Sprachbildung in den Fachdidaktiken

Da Sprachbildung und DaZ die Lehrenden aller Schulfächer betrifft, gilt es, diese Themen bereits in der universitären Ausbildung in den Fachdidaktiken zu verankern. Hierfür werden im Rahmen des Projekts sowohl fächerübergreifende als auch fächerspezifische Materialien und Konzepte für die universitäre Lehre entwickelt.

3. Entwicklung eines phasenübergreifenden Ausbildungskonzeptes für die Sprachbildung im Lehramt

Über die bereits bestehenden DaZ-Module für Lehramtsstudierende hinaus zeichnet sich Berlin durch zahlreiche Initiativen zur Stärkung von Sprachbildung, Sprachförderung und DaZ in der Aus- und Weiterbildung der Lehrenden aus. Diese Initiativen sollen besser verzahnt werden. Ein phasenübergreifendes Ausbildungskonzept ist das Ziel dieses Teilprojekts. Es soll eine Antwort auf die Frage geben, wann und wie die auszubildenden Lehrenden welche Kompetenzen in den Bereichen Sprachbildung, Sprachförderung und DaZ erwerben sollten, um diese effektiv im schulischen Alltag einsetzen zu können.

 

 

Förderer und Kooperationspartner

Das Projekt „Sprachen – Bilden – Chancen: Innovationen für das Berliner Lehramt“ läuft bis April 2017, es wird mit insgesamt 1,25 Millionen Euro durch das Mercator-Institut für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache gefördert. Das Mercator-Institut ist ein von der Stiftung Mercator initiiertes und gefördertes Institut der Universität zu Köln. Kooperationspartner sind die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft, das Zentrum für Allgemeine Sprachwissenschaft bzw. der Berliner Interdisziplinäre Verbund für Mehrsprachigkeit (BIVEM) und das Arbeitsgebiet Deutsch als Fremdsprache / Deutsch als Zweitsprache (DaF / DaZ) am Institut für Germanistik der Universität Potsdam.

Projektleitung:

Humboldt-Universität zu Berlin:
Prof. Dr. Beate Lütke
Prof. Dr. Michael Kämper-van den Boogaart

Standortleitungen:

Humboldt-Universität zu Berlin:
Prof. Dr. Beate Lütke
Annkathrin Darsow

Freie Universität Berlin:
Prof. Dr. Daniela Caspari
Stellvertreterin: Dr. Brigitte Jostes

Technische Universität Berlin:
Prof. Dr. Thorsten Roelcke
Stellvertreterin: Prof. Dr. Simone Knab

Projektkoordination / Kontakt:

Humboldt-Universität zu Berlin
Professional School of Education (PSE)
Jennifer Paetsch
Hausvogteiplatz 5-7, 10117 Berlin
sprachen-bilden-chancen@hu-berlin.de
www.sprachen-bilden-chancen.de